Halbzeit!
Zeit mal zu analysieren.
Oder so ähnlich.
Was hat mir die Challenge bisher gebracht?
- Spaß! Beim Kochen, beim Ausprobieren von neuen Lebensmitteln und Zutaten, beim Drehen fürs Fernsehen, beim Essen, beim Sport,...
- Gute Laune und Freude! Meine Laune ist blendend, und das durchgängig seit 15 Tagen. Davor war sie absolut im Keller... Ob die gute Laune nun an der neuen Ernährung oder den Begleitumständen der Challenge liegt, weiß ich nicht. Ist eigentlich ja auch egal :D Meine fast schon depressiven Verstimmungen sind wie weggeblasen und sollen es gefälligst auch bleiben! Und das sogar auch ohne Matcha ;-)
- Ein gutes Gefühl! Das gute Gefühl, schon 15 Tage so ziemlich jeden Kampf mit dem inneren Schweinehund gewonnen zu haben! Das ist bei mir bisher eher selten gewesen, was automatisch zu immer mehr Frust führte. Jetzt weiß ich: Ich kann es!
- Mehr Energie! Ich arbeite noch genauso viel wie vorher, habe genauso viel Ärger auf der Arbeit. Aber all das macht mich zur Zeit nicht mehr so fertig. Wenn ich abends heim komme, ist mein Kopf zwar erschöpft, mein Körper aber nicht. So bleibt der Abwasch nur noch selten liegen, ich kann mich noch zum Sport aufraffen, erledige viele andere Dinge... und ich habe das Gefühl, konzentrierter arbeiten zu können.
- Leichtigkeit! Ok, 3 Kilo sind es bisher, die machen bei meinem Anfangsgewicht nicht wirklich viel aus, aber es fühlt sich gut an, und man sieht es. Das macht Hoffnung, endlich die Kurve in einen gesünderen Gewichtsbereich zu kriegen (ja, ich befinde mich immer noch im oberen Bereich der Adipositas...) Aber vielleicht habe ich jetzt ja endlich eine Ernährungsform für mich gefunden, mit der mein leider sehr niedriger Grundumsatz und meine Lust auf Genuss zurecht kommen kann.
- Neue tolle Bekanntschaften! Ich lebe ja nun schon anderthalb Jahre hier in der Gegend und habe bisher immer noch kaum Leute kennengelernt, geschweige denn Freundschaften geschlossen. Wie auch? Büro, Sofa, Bett, Büro, Sofa, Bett. Durch die Challenge selbst und den unglaublich tollen Zusammenhalt sowie die vielen Termine aufgrund des Hypes um Challengehausen habe ich viele neue liebe Menschen kennengelernt und fühle mich so langsam angekommen. Schade, dass es dafür erst so etwas gebraucht hat, aber als "Zugezogene" und Vollzeitarbeitende ohne Kinder ist es auf dem (konservativen) Land echt schwer, Leute zu finden. Allein für diesen Punkt bin ich wirklich sehr sehr dankbar!
- Neue, manchmal schräge und sogar beängstigende, verändernde Gedanken! Wenn man sich einmal mit veganer Ernährung beschäftigt, bleibt es natürlich nicht nur beim Gesundheitsaspekt. Man fängt an, sich über "Fleischproduktion" und die Erzeugung tierischer Lebensmittel Gedanken zu machen und fragt sich dann zum Beispiel beim Blick in die Fleischtheke: Würdest du das auch essen, wenn du dem TIer vorher in die Augen schauen müsstest, während du ihm die Kehle durchschneidest? Oder beim Blick auf die Käsetheke: Kühe und Menschen, wenn man das nun umdreht, ergibt sich folgendes Szenario: Die Kuh kommt stolzen Blickes in den Stall, wo hunderte Menschenfrauen - am Hals festgebunden - nebeneinanderstehen. Weil sie ihre Frauen so liebt, klopft die Kuh jeder Frau freundschaftlich auf den Arsch, bevor sie anfängt, ihre Brüste mit einem Lappen sauberzumachen und die Melkmaschine an ihre Nippel zu hängen. Damit die Frau auch genug Milch produziert, wird sie jedes Jahr von einem Arzt auf hier nicht näher auszuführende Weise besamt und damit geschwängert. Denn nur dann geben Frauen ja Milch. Das Kind wird der Frau aber sofort nach der Geburt weggenommen und die Milch aus den Brüsten weiterhin mit der Maschine abgezapft. Und wenn dann die Kritiker sagen: Ja, aber Weidekühe kommen doch zum Beispiel ja auch freiwillig zum Melken in den Stall, dann muss ich immer an meine weiblichen Freundinnen denken, die vor Schmerzen beinahe heulten, wenn sie nicht rechtzeitig abpumpen konnten... Kann und will ich das verantworten? Auf solche Gedanken kommt man da... Noch bin ich schizophren, denn was 30 Jahre lang lecker war, gibt man nicht unbedingt so schnell auf...
Was gibt es Negatives zu berichten?
Ok, ich glaube, ich habe noch nie so viel für Essen und Gesundheit ausgegeben wie in den letzten 15 Tagen. Aber das ist ein Punkt, an dem ich mich oft frage: Was ist uns unser Körper und unsere Gesundheit wert? Wir geben jeden Tag Unmengen an Geld für Dinge aus, ohne uns darüber den Kopf zu zerbrechen. Beispiel Kino: für 2 Stunden zahlt man 10 Euro. Für Sauna und Schwimmen sind es mal schnell 15 Euro. Und an Benzin und sonstige Kosten für Auto, Telefon, Internet, Zeitschriften, Zigaretten oder was man sonst alles so "braucht", will ich gar nicht denken.
Für mich gilt diese 30 Tage lang (oder vielleicht auch darüber hinaus): LEBENSmittel sind das wichtigste, was wir zum Leben brauchen, das, womit wir unsere Kraft und unsere Gesundheit beeinflussen können, wovon elementar unsere Lebensqualität abhängt. Also möchte ich in diesen 30 Tagen nicht nachrechnen, wieviel "teurer" mich meine momentane Ernährung im Gegensatz zu bisher kommt. Ich will dass es mir besser geht. Und wenn ich dafür eben teurer einkaufen muss, sollte es mir das wert sein.
Manchmal stresst es mich noch ein bisschen, alles gut planen zu müssen, um nicht irgendwann doch mal in die Verlegenheit zu geraten, im "Notfall" (ungeplant unterwegs oder was auch immer) auf anderweitiges Essen zurückgreifen zu müssen.
Und: Thema Sport. Ich würde gerne abends noch schwimmen gehen, aber wenn ich direkt nach der Arbeit um sechs gehe, knurrt mir meistens wirklich der Magen, so dass ich erst was essen muss, um mich überhaupt noch aufraffen zu können. Aber wenn ich dann also erst nach Hause fahre und was esse, schließlich will ich ja möglichst vor 19 Uhr essen, dann hat das Schwimmbad schon zu bzw. ich bin zu weit weg. Und da ich ja außerhalb wohne, bleibt außer Laufen/Walken oder komischen sportlichen Betätigungen im Wohnzimmer dann leider nichts übrig. Und ganz ehrlich? Dafür kann ich mich bei dem aktuellen Bäääh-Wetter allein irgendwie nicht aufraffen... Dabei will ich doch eigentlich. Ja, der dritte Tag ohne Sport und ich bin unzufrieden!
Aber alles in allem bin ich mit mir und den letzten 15 Tagen sehr zufrieden und bin froh, dass ich mich dazu überreden ließ :-) Wie auch immer es weiter geht, diese paar Tage neues Lebensgefühl waren es auf jeden Fall schon mal wert!
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Zu heute: Morgens lecker Sandwich mit meinem tollen selbstgebackenen Brot, wirklich das leckerste, was ich je gebacken habe, dabei habe ich das schon so oft gebacken.
Mittags: Nochmal Sandwich :-D
Abends - leider erst wieder mal gegen halb acht - das, was ihr unten auf dem Bild seht. Das Rezept mit den weißen Bohnen mit dem Rest Kidneybohnen.Jetzt muss ich mir noch überlegen, wie ich das morgen mache, muss spätnachmittags einen Vortrag halten und werde erst gegen 8 zuhause sein...
Vorhin noch kurz im normalen Supermarkt gewesen. Mit wirklich riesen Hunger.
Es war total komisch. Schon seltsam was man alles an Automatismen verinnerlicht hat... Ich finde es lustig, mich selbst zu beobachten und zu merken, dass plötzlich ganz andere Dinge ablaufen oder ich mich bei alten Mustern erwische... Ich bin durch die Reihen gelaufen, habe mir alles angesehen und mich diesmal aber irgendwie fehl am Platz gefühlt, obwohl ich hier schon anderthalb Jahre eingekauft habe. Trotz großem Hunger hat mich so gar nichts angemacht. Eher im Gegenteil, vieles hat mich sogar fast angeekelt. Das ganze Fertiggerichtzeug, was ich bisher gegessen habe. Wenn ich nur an die Zutatenlisten und die ganze Chemie darin gedacht habe, hab ich eine Gänsehaut bekommen. Ich habe eine Biopaprika mitgenommen und einen Biotofu. Mehr nicht.
Morgen gehe ich wieder in den kleinen Bioladen mit Wohlfühlatmosphäre und dem guten Gefühl. :-)

Achja,... gestern habe ich dort mehrere Gläser Mandelmus und Amaranthpop auf Vorrat sowie eine B12-Zahnpasta gekauft, ohne groß drüber nachzudenken. Ich glaube, mein Unterbewusstsein war sich sicher, dass ich das alles noch brauchen werde... das bedeutet aber, dass ich die Challenge noch länger als die restlichen 15 Tage weiterführen muss... Wir werden sehen :-D